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Die Umgebung des Kapitäns-Klubs
Kablow Ziegelei als Ortsteil von Zernsdorf hat ca 260 Einwohner. Das Dorf liegt am nördlichen Zipfel des drei Kilometer langen Zernsdorfer Lankensees, der ein schmaler, durch einen Bahndamm abgetrennter Nebenarm des Krüpelsees ist. Als dessen nördlicher Ausläufer wird er gespeist durch die Uckley, ein Flüssschen, das nördlich des Zernsdorfer Lankensees und des Uckleysees entspringt und sich durch die Wäldchen entlang der Autobahn A10 (südlicher Berliner Ring) über ca. 2 Kilometer bis in den Lankensee windet.
Die jahrhundertealte Ziegelei-Tradition von Kablow Ziegelei beruht auf heute noch vorhandenen und auch vorfindbaren, sehr schönen, festen, fetten Tonschichten, die in den nördlichen Tonstichen eher gelb, im den südlichen braunrot bis feuerrot sind. Etwa bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Ausbeute dieser Tonvorkommen der wichtigste Wirtschaftszweig von Kablow Ziegelei – die dauerhaft gebrannten Steine wurden vor allem in die nahe Hauptstadt Preußens, nach Berlin, seit dem Deutsch-französischen Krieg 1870/71 Hauptstadt des deutschen Reiches gefahren. Für diese Transporte bediente man sich hölzerner Schuten, später auch größerer Lastkähne.
Mündlichen Überlieferungen zufolge wurden die wertvollen, handgestrichenen, gebrannten Ziegel als fertiges Baumaterial im Ort Kablow Ziegelei von zwei Frachtkai-Anlagen verschifft: die erste dient heute als kleine Steganlage für den örtlichen Anglerverein und liegt am nördlichsten Uferstreifen des Sees. Die zweite, größere, befand sich keine hundert Meter weiter südlich, vor dem östlichen Ufer des Lankensees, und damit unmittelbar vor dem einstigen Verwaltungszentrum, der Lohnstelle der einstigen Ziegelei, dem heutigen Kapitäns-Klub.
Später, als der Handel mit Ziegelsteinen wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll erschien und der Betrieb eingestellt worden ist, hat dort die Familie Käfert in fünf Generationen eine Speisewirtschaft betrieben: Zur schönen Aussicht hieß die Lokalität, die von Landseite aus über die Dorfstraße 15 zu erreichen ist. Mit der königlich preußischen Genehmigung zum „Ausschank von Kulturbrause“ begann der Gastronomiebetrieb 1913. In den Wirren der Nachwendezeit stellte mit Michael Käfert der Ur-Ur-Enkel des Firmengründers den Betrieb zur Disposition. Schon wenige Jahre später übernahm die Familie von Christine und Norbert Gisder das Anwesen.
Die Dorfstraße vom Dorfplatz aus gesehen im März 2005
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